Indiecon Konferenz 2021 – Reflections 

 
Die Indiecon 2021 handelt von sich wandelnden Identitätsbildern, Spiegelungen von sozialem Wandel im Verlegen — und der richtigen Zeit, den Blick nach innen zu wenden. In einer zweiteiligen Konferenz bei designxport in Kooperation mit dem ZEIT Verlag, der Indiecon, die von Die Brueder Publishing organisiert wird, teilen unabhängige Verleger*innen und kritische Designer*innen ihre Einblicke in unabhängige Verlagspraktiken als Werkzeuge für sozialen Wandel.

Publikationen für den sozialen Wandel 

3. September 19:00-21:00 Uhr, Einlass 18:00 Uhr 

 

Rafaela Kaćunić & Nina Vukelić (This is Badland)
Kemi Fatoba (Daddy Magazine)
im Gespräch mit Ariana Zustra (Rolling Stone, Musikexpress) 

 

Unabhängige Magazine definieren kulturelle Narrative neu. This is Badland erscheint zweimal im Jahr als Print-Publikation und ist eine Online-Plattform, die sich der Exploration von Kunst, Design und Kultur des Balkans und darüber hinaus widmet. Das DADDY Magazine ist eine Publikation aus Berlin, die sich den schwierigen Themen widmet – so zum Beispiel Rassismus, Sexismus, Homophobie und Diskriminierung – immer aus einer humorvollen Perspektive. In dem Panel reflektieren DADDY Magazine und This is Badland die Motivation für ihrer Magazine sowie die Herausforderungen, die ihnen begegnen und die Werkzeuge und Erfahrungen, die sie dabei nutzen.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.


DADDY Magazine 

DADDY Magazine wurde 2016 mit der Vision gegründet, die deutsche Medienlandschaft vielfältiger zu gestalten. Werkzeug dieses Anspruches ist die Kreation eines Onlinemagazins, das den Stimmen und Geschichten derer Raum gibt, die nicht genügend in traditionellen Medien repräsentiert werden. Teil des DADDY-Universums ist außerdem ein jährlich erscheinendes Printmagazin. Die DADDY-Kanäle stellen marginalisierte Menschen in den Mittelpunkt, indem sie ihre Geschichte auf ihre Art und Weise erzählen, um ihre Stimmen zu stärken. DADDY Magazine ist ein intersektionales, black-owned Magazin, geleitet von Kemi Fatoba. 

 

THIS IS BADLAND

THIS IS BADLAND ist ein jährlich erscheinendes Magazin, das seine Wurzeln im Balkan hat und diese nutzt, um transkulturelle Verbindungen ans Licht zu bringen. Dabei entfernt sich das Magazin von einem homogenen Weltbild. THIS IS BADLAND zelebriert die Komplexität unseres fragmentierten Verständnisses von Kultur und gibt einer jungen Generation kreativer Talente eine Stimme. Gespickt mit intellektueller Neugierde und einem spielerischen Geist erkunden sie die Welten, in denen gegensätzliche Ideen, unerwartete Affinitäten und hybride Konzepte aufeinanderprallen. Der Name THIS IS BADLAND beinhaltet eine Prise Humor, Ironie und eine gewisse Provokation, die den Anspruch des Magazins widerspiegeln. 

Ariana Zustra

Ariana Zustra ist freie Journalistin und Musikerin. Sie schreibt u. a. für den Musikexpress & Spiegel Online, als Lektorin ist sie u. a. beim Nachhaltigkeits-Magazin Perspective Daily tätig. Als Moderatorin und Speakerin war sie bereits auf der re:publica. Sie ist Kritikerin bei "Soundcheck – Das musikalische Quartett" von radioeins und mit ihrem Essay über Blackfishing im "kaput – Magazin für Insolvenz & Pop" gewann sie 2020 den International Music Journalism Award. Seit 2019 arbeitet sie als freie Redaktionsleiterin für die junge Klassikinstitution PODIUM Esslingen, etwa für deren Projekt #bebeethoven. Als ZUSTRA veröffentlicht sie eigene Musik, die u. a. bei BBC Radio 6 gespielt wurde. Das Magazin tip Berlin wählte sie zu den wichtigsten Newcomer 2021. Ihr Debütalbum "The Dream Of Reason" erscheint im Herbst 2021.

Kritisches Design für eine kritische Zukunft 

4. September 19:00-21:00 Uhr, Einlass 18:00 

 
Liz Gomis (OFF TO Magazine)
Anna Broujean (Club Sandwich Magazine)
im Gespräch mit Lars Weisbrod (ZEIT)

 

Design manifestiert sich in unabhängigen Verlagen in Content, Layout und Typografie und verkörpert Kultur auf seinen Seiten. So nimmt unsere Gesellschaft und die Zukunft von Kulinarik, Kunst, Politik über urbane Infrastruktur Form an. Das Club Sandwich Magazine aus Paris widmet jede seiner Ausgaben einem besonderen Lebensmittel wie Schokolade, Gurke oder jüngst der Wassermelone und taucht von dort aus ein in Journalismus und Kunst. Die Perspektive des OFF TO Magazins auf kritisches Design zentriert Urbanismus und Kultur und lässt dabei das Postkartenklischee der Hauptstädte des afrikanischen Kontinents hinter sich zurück. Beide Magazine leiten uns an diesem Abend durch ihre Design- und Verlagspraktiken.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.


Club Sandwich 

Club Sandwich ist ein unabhängiges, gemeinnütziges und jährlich erscheinendes Magazin, das in Paris mit bilingualem Inhalt (Französisch/Englisch) publiziert wird. Jede Ausgabe fokussiert auf ein spezifisches Lebensmittel und seine kulturelle und soziale Bedeutung in unterschiedlichen, eklektischen Kontexten. Das Magazin versteht sich weniger als Enzyklopädie, vielmehr stellt es eine Anthologie von informativen und humoristischen Inhalten dar. Club Sandwich zeigt die vielseitigen Aspekte seiner Objekte und sieht Print als ein Medium, das Zeit braucht, um entdeckt zu werden. Mit ihrer starken Ästhetik geben die Bilder der Publikation ihren Rhythmus und verwandeln sie in ein Hybrid aus Journalismus und zeitgenössischer Kunst. 


OFF TO Magazine 

OFF TO Magazine ist eine zweimal im Jahr erscheinende, bilinguale (Fränzösisch & Englisch) Publikation, die sich Hauptstädten des afrikanischen Kontinents widmet. Es wird mit Leidenschaft von einem jungen, brillanten Team von Kreativen produziert und von afrikanischen Frauen mit Diasporaerfahrung verlegt. Das Magazin bietet eine einzigartige Perspektive auf afrikanische Städte. Es widmet sich der Erforschung der bedeutendsten afrikanischen Städte durch die Augen derer, die sie mitgestalten und erleben. OFF ist als ein Einstieg in unsere Zukunft zu verstehen und spricht die Herausforderungen unserer Zeit an: Seien sie ökonomischer, kultureller, sozialer, urbaner oder ökologischer Natur. OFF TO ist auch ein Reisemagazin; ein Guide, der den Wunsch hat, Afrikas urbane Orte zu verstehen und die kulturellen Feinheiten, die sie ausmachen. 

Lars Weisbrod

Lars Weisbrod, geboren 1985 in Bremen, ist Feuilleton-Redakteur bei der Wochenzeitung DIE ZEIT.