Seit 2011 beraten auf St. Pauli Design-Studierende der Hochschule für bildende Künste Hamburg BewohnerInnen des Stadtteils in Gestaltungsfragen jeglicher Art. Am 25. Juni wird die Wiedereröffnung des Beratungsangebotes in den Räumen der GWA St. Pauli und die neue Internetseite gefeiert. An diesem Abend gilt: Keine Beratung, kein Verkauf. Nur Musik, Gespräche und Getränke! Designproblemen widmen wir uns dann wieder jeden Mittwoch 18 – 19 Uhr.

ÖGB Raum

Alltagsprobleme in der Wohnung, die schon immer mal angegangen werden wollten? Ne Idee, was im Viertel dringend angepackt werden sollte? Praktische Schwierigkeiten eine tolle Projektidee umzusetzen? Oder einfach nur Lust auf Tapetenwechsel?

Personen, die es sich sonst nicht leisten könnten, professionelle Gestalter zu beauftragen, wird mit der Gestaltungsberatung kostenlose Unterstützung in Planungs- und Gestaltungsfragen angeboten. Dabei werden, in einem kooperativen Entwurfsprozess Probleme untersucht, Lösungsstrategien entwickelt und Projekte umgesetzt. Wir wollen zusammen Platz schaffen, organisieren, umgestalten, ausbauen, aufmotzen, gemütlich machen, bewerben und strukturieren in Wohnung, Laden, Straße, Stadtteil, Schule, Betrieb, Familie, Garten, Hof, Platz, Lokal und Keller.

Im Hamburger Stadtteil St. Pauli findet wie vielerorts Gentrifizierung statt. Es wird abgerissen und gebaut, die Mieten steigen rasant, Wohnungen werden in Eigentum umgewandelt, das lokale Gewerbe verändert sich und die häufig einkommensschwache Bevölkerung kann sich den Stadtteil immer weniger leisten. Zu beobachten sind auch die Folgen dieser mit Verdrängung einhergehenden Aufwertung: das Zerreißen gewachsener sozialer Netze, das Verschwinden urbaner Vielfalt und einer lebendigen Nachbarschaft.

Kann Design zu einer besseren und anderen Stadt beitragen? Kann es mehr sein als ein Differenzierungsmerkmal im Städtewettbewerb, als ein Mittel individueller Statusbestimmung, als ein Bestandteil der Kennzeichnungsstrategien aufgewerteter Stadtteile, als ein Werkzeug segregierender Stadtentwicklung? Auf jeden Fall scheint fast jeder Nutznießer oder Opfer von Design zu sein. Alles ist irgendwie designt. Soziale Beziehungen, die Menschen in diesen ebenso wie die unzähligen Dinge, die sie und ihre Beziehungen ausstatten und bezeichnen. Wenn also alles designt wird, dann gibt es doch auch endlos Möglichkeiten, was zu ändern.

Wir wollen vor Ort nachfragen was geändert werden soll und dabei konkrete Unterstützung leisten. Die Öffentliche Gestaltungsberatung bietet die Werkzeuge, die Techniken und das Wissen des Designs an, um im städtischen Kontext zu problemorientierter gestalterischer Selbsttätigkeit anzuregen und die Stadt und die Dinge in ihr gemeinsam zu entwerfen. Unser Anspruch ist, in städtische Prozesse zu intervenieren, Bewohner und Betroffene zu Initiative und Handlung anzuregen sowie soziale und gestalterische Fragestellungen aufzuwerfen und zu bearbeiten. Die Gestaltungsberatung möchte Hilfestellung leisten für praktisches selbsttätiges Handeln und über eine Auseinandersetzung mit Fragen der Gestaltung die Entwicklung kollektiver Ansprüche und alternativer Vorstellungen des Städtischen anregen. Wir wollen als (werdende) Designer hierbei auch das erweiterte Potential von Design und damit seine gesellschaftliche Rolle und (stadt-)politische Bedeutung erforschen.

Design bedeutet für uns danach zu fragen, was geändert werden soll und dann gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Öffentliche Gestaltungsberatung

Eröffnungsparty: 25.6. um 19 Uhr

Hein-Köllisch-Platz 11, 20359 Hamburg

Musik: Circuit Diagram (live), Milchen und Iwana Budnikowsky (DJ Set)

Regelmäßige Beratung: Mittwochs: 18-19 Uhr

Hein-Köllisch-Platz 11, 20359 Hamburg

www.gestaltungsberatung.org

info@gestaltungsberatung.org

Ein Projekt des Studio Experimentelles Design der HFBK Hamburg in Kooperation mit der GWA St. Pauli e.V. und dem Park Fiction Kollektiv. Die Öffentliche Gestaltungsberatung wird gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Kulturbehörde.